Tattoo – was beachten danach?

Ihr habt es geschafft, das Tattoo wurde gestochen. Doch was muss man danach beachten, damit das Tattoo optimal heilt und so lange wie möglich schön bleibt? Gibt es da Unterschiede zwischen Handpoke und Gun? Das erfahrt ihr heute hier.

Ihr kennt sie bestimmt alle, die Bilder von strahlend bunten Tattoos auf Instagram und ihr fragt euch, wie bekommt ihr es hin, dass euer Tattoo so aussieht: Die ernüchternde Antwort lautet “Gar nicht!” Klingt hart oder? Aber in den meisten Fällen sind die Bilder von frisch gestochenen Tattoos und die strahlen eben um einiges dunkler und knalliger, als die abgeheilte Variante. Trotzdem könnt ihr dafür sorgen, dass euer Tattoo noch lange richtig geil aussieht, auch wenn es durch die Heilung etwas aufhellt.

Tattoo- die optimale Wundpflege danach

Ein Tattoo ist eine Wunde und damit diese optimal verheilt, muss man ein paar Dinge beachten. Nachdem der Tätowierer fertig ist, wird er die Wunde vernünftig reinigen und mit einem Verband versorgen. Dabei gibt es zwei Varianten:

  1. Verband mit Plastikfolie
  2. Verband mit Tattooschutzfolie

Je nachdem, welche Methode der Tätowierer verwendet, gibt es auch unterschiedliche Nachsorgeanleitungen.

Methode mit Plastikfolie

Bei dieser Variante wird der Tätowierer euer Tattoo nach der Reinigung eincremen und mit einer Plastikfolie umwickeln. Dabei handelt es sich normalerweise um ganz einfache Klarsichtfolie, wie man sie auch aus der Küche kennt. Diese sollte zwischen 2 bis 8 Stunden auf dem Tattoo bleiben, bevor ihr sie entfernt. Euer Tätowierer wird euch die passende Zeit entsprechend der Größe des Tattoos sagen.

Wenn die Zeit rum ist und ihr die Folie entfernt, könnt ihr euer Tattoo mit lauwarmen Wasser abspülen. Keine Angst, das tut sogar gut. Ihr solltet allerdings euer Tattoo nicht direkt in den Wasserstrahl halten, sondern das Wasser mit euren Händen über das Tattoo rinnen lassen. Benutzt bitte kein Handtuch oder Waschlappen, um das Tattoo zu reinigen, sondern nur eure bereits vorher gewaschenen Hände. Trocketupfen kann man es mit Küchenpapier. Bitte nicht mit Klopapier, das bleibt nur auf dem Tattoo kleben und die Fusel reiben sich in die frische Wunde.

Anschließend lasst ihr es an der Luft trocknen. Sobald es komplett trocken ist und anfängt etwas zu spannen, könnt ihr es hauchdünn mit einer Wundcreme wie Panthenol, Pegasus oder Bepanthen eincremen.

In den ersten Tagen solltet ihr das 2 bis 4 mal wiederholen. Also lauwarm abwaschen und hauchdünn eincremen. Übertreibt es damit nicht. Zu viel eincremen oder sehr dick eincremen ist keineswegs förderlich, sondern hindert das Tattoo am Atmen. Es heilt dadurch schlechter, Bakterien können eingeschlossen werden und es können kleine weiße Pusteln durch zu viel Cremen entstehen, die das Endergebnis leider negativ beeinflussen.

HINWEIS: Ganz wichtig beim Tattoo, danach keine Vaseline verwenden! Diese ist zu schwer und die Haut kann darunter kaum atmen. Zudem können so auf der Wunde Bakterien eingeschlossen werden, welche zu Entzündungen führen können.

Normalerweise dauert es vier bis 6 Wochen, bis ein Tattoo komplett durchgeheilt ist. Danach könnt ihr eurem Tätowierer das Tattoo noch einmal zeigen, falls es noch einmal nachgestochen werden muss.

Methode mit Tattooschutzfolie

Bei dieser Methode wird ein Folienverband auf das Tattoo geklebt. Das klingt fies, ist aber nicht schmerzhafter, als die erste Variante. Im Gegenteil sogar. Ich habe das Tattoo immer als deutlich weniger schmerzhaft im Nachhinein wahrgenommen durch den Verband. Dabei handelt es sich um eine Pflasterfolie, die zwar Luft an das Tattoo lässt, es aber vor Keimen und Bakterien schützt.

Der Tätowierer wascht euer Tattoo nach dem Stechen vorsichtig ab und tupft es mit Zewa trocken. Dann spannt er die Tattoofolie und klebt sie auf die tätowierte Stelle. Zum Schluss noch Schutzfolie abziehen und fertig. Die Haut wird nicht eingecremt, bevor der Folienverband drauf kommt!

Ihr könnt den Verband nun 2-3 Tage auf dem Tattoo lassen. Länger ist nicht nötig. In der Zeit könnt ihr ganz normal duschen gehen mit dem Verband.

Nach 2 bis 3 Tagen könnt ihr den Verband vorsichtig lösen und das Tattoo mit lauwarmen Wasser abwaschen. Vorsichtig mit Küchenpapier abtupfen und bei Bedarf hauchdünn eincremen mit Wundheilcreme. In den nächsten Tagen nur noch nach Bedarf eincremen, falls das Tattoo etwas spannt.

Fürs Baden gilt übrigens, Geschmackssache. Ich selber bade tatsächlich mit Tattoo, aber ohne Badezusatz. Mehr dazu habe ich hier geschrieben.

Tattoo verheilt, was danach beachten?

Ihr habt alles richtig gemacht und euer Tattoo ist optimal verheilt. Herzlichen Glückwunsch, ihr habt jetzt ein tolles Stück Körperkunst. Damit dieses aber auch möglichst lange schön bleibt, gilt folgendes zu beachten:

  1. In die Sonne ja, aber bitte nur mit ausreichend Schutz. Empfehlenswert ist eine Sonnencreme mit LSF 30 und aufwärts. Das liegt einfach daran, dass die UV Strahlung der Sonne die Pigmente der Tinte unter eurer Haut spalten kann und sie dadurch so klein werden, dass eure Körperzellen sie rausspülen und abtransportieren. Je mehr Pigmente in einem Tattoo zerstört werden, umso blasser wird das Tattoo. So funktioniert übrigens auch die Laserbehandlung 😉
  2. Haut immer pflegen und eincremen. Ihr wisst bestimmt, dass eure Haut rosig und schön aussieht, wenn sie genug Feuchtigkeit hat. Das gilt auch für die Stelle eures Tattoos. Frisch eingecremt sieht es einfach am besten aus. Ausreichend Flüssigkeit trinken lässt euer Tattoo ebenfalls strahlen.

Muss man beim Handpoke Tattoo andere Dinge danach beachten?

Auch handgestochene Tattoos müssen vernünftig versorgt werden. Das gilt sowohl für die Wundversorgung, als auch für die Zeit danach. Meine Erfahrung ist jedoch, dass Handpoke Tattoos deutlich schneller heilen. Ich habe viele Handpoke Tattoos, die ich nach dem Stechen nur mit Creme versorgt habe und ohne Folie hab heilen lassen. Nach einer Woche ist die Haut meistens glatt und schön. Bei den größeren Handpoke Tattoos arbeite ich mit Folienverband, doch auch da ist die Heilung deutlich schneller, als bei Tattoos mit Maschine. Der Grund dafür ist simpel. Die Haut ist deutlich weiger verletzt, weil per Hand nicht annähernd so viele Einstiche passieren, wie mit Maschine. Dennoch gilt auch hier, eine optimale Pflege des Tattoos danach ist das A und O für ein schönes Ergebnis an dem man sehr lange seine Freude hat.

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